Geschichte: Entwicklung des Museums

Die Ursprünge des Museums: Die Lehrsammlung

Bereits kurz nach der Aufnahme des Lehrbetriebs an den verschiedenen Kampftruppenschulen in Munster wurden sowohl Orden und Uniformstücke von ehemaligen Offizieren und Unteroffizieren der Wehrmacht gestiftet. Zu Beginn stellte die Kampftruppenschule II (Panzertruppenschule) Räumlichkeiten zur Verfügung, in den die Erinnerungsstücke ausgestellt werden konnten. In der Kampftruppenschule III (ehemalige Panzerjägerschule) schuf der Kurator des Museums, H. Winkler, mit der Unterstützung des Kommandeurs, Oberst Ruge, ab 1966 einen Raum, in welchem die Entwicklung der Panzerjägertruppe dargestellt wurde.

Über die Jahre wuchs die Sammlung stetig an. Parallel zur Erweiterung der Uniform- und Ordensammlung wurde eine Sammlung von Panzern der Wehrmacht und der Bundeswehr aufgebaut. Zudem bekam die Panzertruppenschule Geschenke von den Verbündeten. 1960 erhielt die Schule von der US-Armee einen „Tiger II“, im gleichen Jahr wurde die Sammlung durch Panzerkampfwagen IV des deutschen Afrika-Korps erweitert. Bereits im Juni 1972, nach der Zusammenlegung der Schulen II und III, umfasste die Sammlung neben den bereits erwähnten Modellen einen „Jagdpanther“, einen Schützenpanzer HS 30, sowie die Kampfpanzer M 41 und M 47. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde somit eine Vielzahl militärischer Ausrüstungsgegenstände, Waffen, Fahrzeugen und sonstiger Erinnerungsstücke zusammengetragen, die den Grundstock für die heutige Lehrsammlung boten.

Von der Lehrsammlung zum Deutschen Panzermuseum Munster

Nachdem der Bundesverteidigungsminister 1972 die offizielle Etablierung einer Lehrsammlung genehmigte, wurde der weitere Aufbau schnell vorangetrieben. Die Waffen, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände wurden in einem kleinen Gebäude gegenüber dem Ehrenhain untergebracht. Mit steigendem öffentlichem Interesse konnte die Sammlung dann auch unter der Begleitung militärischen Personals von zivilen Besuchern besichtigt werden. Die Pflege der zahlreichen im Freigelände ausgestellten gepanzerten Fahrzeuge, aber auch die Führung der steigenden Besucherzahl erwies sich für die Truppenschulführung als zunehmender Aufwand.

Im Jahre 1981 entstand die Idee, mit der Unterstützung eines zu gründenden Fördervereins und der Stadt Munster Ausstellungshallen zu errichten und die Lehrsammlung der Öffentlichkeit als Museum zugänglich zu machen.

Am 2. Juli 1982 war schließlich der Zeitpunkt gekommen: Das Bundesministerium für Verteidigung stimmte dem gemeinsamen Antrag des Kommandeurs der Truppenschule und der Stadt Munster zu, die Lehrsammlung der Kampftruppenschule 2 in einem öffentlichen „Panzermuseum der Stadt Munster“ zusammenzuführen. Die Lehrsammlung blieb dabei als Institution erhalten. Ihre Exponate werden lediglich öffentlich zugegänglich gemacht und bilden damit den Hauptteil der Ausstellung des Deutschen Panzermuseums.

Mit der Unterstützung durch die Stadt Munster, den Landkreis Soltau-Fallingbostel, Sach- und Personalleistungen verschiedener Dienststellen der Bundeswehr und Spendenmitteln der Bundesrepublik und des Fördervereins wurden zwei Ausstellungshallen mit einer Fläche von jeweils 500 Quadratmetern und ein Eingangsgebäude zu einem Preis von etwa 230.000 DM erbaut. Die Ausstellungshallen beherbergten einen Teil der Panzerfahrzeuge.

Vom Tag der Einweihung am 22.09.1983 bis Ende 1984 kamen fast 40.000 Besucher in das neue Museum. Der unerwartete Erfolg ermutigte die Stadt, eine weitere 1.500 Quadratmeter große Ausstellungshalle für 600.000 DM bauen zu lassen, die alle vorhandenen Fahrzeuge und neu erworbene Stücke aufnehmen konnte. Das Geld wurde zur einen Hälfte aus Spenden und zur anderen aus Geldern der Stadt Munster und des Landkreis Soltau-Fallingbostel finanziert. Mit 60.000 Besuchern im 1986 wurde der Erfolg des Museums erneut unter Beweis gestellt. Durch Stiftungen des Fördervereins wurde die Lehrsammlung um weitere wertvolle Stücke erweitert. Im Jahr 1988 wurde die Halle 3 erweitert, was Platz für weitere Fahrzeuge der ehemaligen Wehrmacht schuf. Im selben Jahr entstand dann ein weiterer Massivbau, der die Integration der Uniformen, Waffen und Ausrüstungsgegenstände in das Museum ermöglichte.

In den Folgejahren wurde die Ausstellung um eine fünfte Halle und weitere Ausstellungsstücke erweitert. So wurde die Sammlung 1990 durch einen Nachbau des Panzerkampfwagen A7V im Diorama und die Panzerkampfwagen II und III erweitert. Damit kann die deutsche Panzerentwicklung seit 1916 dargestellt werden.

Die jüngste Entwicklung

Im Jahre 2008 wurde das Museum noch einmal um eine neue Halle erweitert, die nun einen großen Teil des ehemaligen Freigeländes einnimmt. Dadurch sind keine Fahrzeuge mehr dauerhaft der Witterung ausgesetzt. Nur jeweils ein Exponat steht jetzt noch im Freien, aber dies immer für einen kontrollierten und begrenzten Zeitraum, so dass das Objekt keinen Schaden nimmt. Mit dem Ausbau der letzten Halle ist das zur Verfügung stehende Gelände maximal ausgenutzt. Eine wesentliche Erweiterung ist in naher Zukunft nicht zu erwarten.

Das Museum hat daher seit 2008 seinen Schwerpunkt auf den inhaltlichen und methodischen Ausbau verlegt. Es wird versucht, den musealen Charakter der Institution noch deutlicher herauszuarbeiten.

Das Deutsche Panzermuseum versteht sich schon seit vielen Jahren nicht nur als reine Techniksammlung, sondern hat stets versucht, die Objekte in allgemeinhistorische Zusammenhänge zu setzen. Dieser Ansatz wird seit 2008 intensiviert und professionalisiert. Dazu werden die Exponate zunehmend in kultur-, polit-, wirtschafts-, erlebnis- und sozialhistorische Zusammenhänge gestellt. Erreicht wird dies über neue Beschilderungen, spezielle Vertiefungsbereiche, die Nutzung von Filmen, die Einführung von Multimediaguides und andere Maßnahmen.

Der lange und erfolgreiche Weg der letzten 27 Jahre wird damit konsequent weiter beschritten.