Exponate

Hier werden einige wenige, ausgewählte Exponate vorgestellt, um Ihnen einen Eindruck von unserem Museum zu geben. Neben militärischen Panzerfahrzeugen aller Art befinden sich auch zahlreiche Handfeuerwaffen, Uniformen, Orden und Ehrenzeichen, Funkgeräte und Zieloptiken, sowie Ausrüstung aller Art im Museum. Im Eingangsbereich befindet sich ein Raum für wechselnde Sonderausstellungen. Die Exponate des DPM sind auf einer Fläche von über 10.000 Quadratmetern im Außen- und Innenbereich verteilt.

Mit Betreten des Museums begibt sich der Besucher auf eine Reise durch die Militärgeschichte. Leitlinie ist hierbei die Entwicklung der deutschen Panzerwaffe. Im Eingangsbereich sind die Ursprünge der gepanzerten Streitkräfte dargestellt. In der Halle 1 findet der Besucher Panzer, Geschütze und Motorräder des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die auf einem Rundgang chronologisch geordnet sind. In Halle 2 sind die Panzer und Fahrzeuge der NVA und derBundeswehr ausgestellt. In der dritten Halle sind neuere Modelle der Bundeswehr und anderer Armeen wie der israelischen und schwedischen Armee ausgestellt. In einem separaten Raum innerhalb der Halle 1 sind Militärspielzeug, Handwaffen, Uniformen und Orden ausgestellt.

Eingangsbereich

In der Eingangshalle sieht der Besucher sechs Uniformfiguren, welche auf die über 100 jährige Tradition der Stadt Munster als Militärstandort aufmerksam machen. Ausgestellt sind die historischen Uniformen, die vormals in Munster stationierte Soldaten trugen. Die älteste ausgestellte Uniform ist die eines Unteroffiziers im Infanterie Regiment 91 Oldenburg von 1895. Ebenso sind uniformierte Figuren des ersten und zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit ausgestellt.

Halle 1: 1916-1945

In der Halle 1 beginnt der Rundgang, der die Geschichte der Panzerwaffe an den verschiedenen Ausstellungsstücken erzählt. Der Rundgang führt den Besucher gleich zu Beginn an dem ersten deutschen Panzer, dem detailgetreuen Nachbau des Sturmpanzerwagen A7V vorbei.

A7VDer A7V stand mit einer produzierten Stückzahl von 20 Exemplaren sowie 80 instandgesetzten Beutefahrzeugen einer Anzahl von 6.000 Panzerfahrzeugen der alliierten Mächte gegenüber. Die Besatzung von 18-23 Soldaten war dabei extrem widrigen Bedingungen innerhalb des Panzerwagens ausgesetzt. Unter anderem mussten die Soldaten mit ohrenbetäubendem Lärm, Pulvergasen und extremer Enge zurecht kommen. Der einzige erhaltene A7V befindet sich in Brisbane, Australien.

Mit dem Rundgang passiert der Besucher historische Fahrzeuge wie den Schupo-Sonderwagen und den ersten in Serie produzierten Panzerkampfwagen, den Panzerkampfwagen I Ausf. A. Das ausgestellte Modell des Panzerkampfwagen I stammt aus einem Bodenfund und wurde vollständig restauriert.

SturmtigerNeben dem schnellen, wendigen und robusten Jagdpanzer 38 (t) „Hetzer“, dem Jagdpanther, und dem „Königstiger“ trifft der Besucher auf seinem Rundgang auf einen der wohl beeindruckendsten Konstruktionen, den „Sturmtiger“. Der 65 Tonnen schwere Sturmtiger war mit einem 38 cm kalibrigen Raketenwerfer ausgestattet und war somit über eine Distanz von bis zu 5.700 m insbesondere für Infanteristen in befestigten Stellungen gefährlich.

KönigstigerEbenso beeindruckend präsentiert sich der Panzerkampfwagen VI („Königstiger“). Der auf dem Panther und Tiger I basierende „Königstiger“ war mit der neu eingebauten 6,3 m langen Kanone auf eine Entfernung von 2.000 m fast unschlagbar und konnte nahezu jeden Panzer auf diese Entfernung vernichten. Technische Mängel sorgten jedoch dafür, dass der Jagdpanzer VI sehr oft repariert werden musste. Den Beinamen „Königstiger“ erhielt er von den Alliierten.

Neben diversen anderen gepanzerten Fahrzeugen der Wehrmacht, kann der Besucher auch zahlreiche Panzer der alliierten Streitkräfte wie den M 4 A1 „Sherman“ oder den Jagdpanzer M 10 Achilles bestaunen. Neben diversen Motorrädern und Artillerie-Geschützen sind auch verschiedene Granaten, Motoren und Bordkanonen im Ausstellungsbereich zu sehen.

Saal der SammlungenVon Halle 1 aus erreicht man den Saal der Sammlungen. In diesem Raum  hat der Besucher die Möglichkeit sich Hand- und Maschinenwaffen, Uniformen, Ausrüstungsgegenstände, Standarten und Flaggen, Orden und Ehrenzeichen, Dokumente und Vorschriften sowie internationale Militärhelme anzusehen. Zusätzlich sind in einer Vitrine militärische Spielzeuge ausgestellt.

Ende Halle 1 und Halle 2: Nach 1945

Als am 17. Juni 1953 der Volksaufstand in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ausbrach, wurde dieser mit Waffengewalt niederzuschlagen. Es kam dabei unter anderem der mittlere Kampfpanzer T34/85 zum Einsatz, der im Panzermuseum zu sehen ist. Der von der Sowjetunion nach dem 2. Weltkrieg ausgemusterte T 34 wurde in den übrigen Streitkräften des Warschauer Paktes jedoch bis weit in die sechziger Jahre eingesetzt.

T54 AMNeben dem T34/85 besaß die NVA aber auch andere Modelle Panzermodelle wie den Kampfpanzer T 54 AM. Die NVA übernahm 698 Panzer dieses Typs von der Sowjetunion und wurde zum Standardpanzer aller motorisierter Truppenverbände. In den 70er Jahren wurden die Panzerdivisionen dann mit dem Kampfpanzer T 72 M1 ausgestattet, der bis zur Wiedervereinigung der Standardpanzer der NVA blieb. Alle Modelle sind im Museum für den Besucher zu sehen.

In den Nachkriegsjahren erfährt die Entwicklung der Panzerwaffe einen großen Schub. Dies ist unter anderem bei der Entwicklung des Schützenpanzer Marder festzustellen, dessen Entwicklung bereits 1959, wenige Jahre nach Einführung des desaströsen Schützenpanzer HS 30, begann. Seine technischen Rahmendaten wurden übrigens in Munster festgelegt.

In mehreren Variationen zeigt das Museum sein Schwesterfahrzeug: Den Leopard 1. Dieser wurde in all seinen Varianten von 1965-1976 produziert. Aufgrund seines massiven Erfolges wurde der Leopard 1 weiterentwickelt, wobei die Entwicklung schließlich mit der Produktion des neuen Leopard 2 seinen Höhepunkt fand. Noch heute wird die neueste Version, der Leopard 2 A6 M eingesetzt. Im Panzermuseum kann der Besucher unter anderem den Leopard 1 A5 und den Leopard 2 A4 sehen. Der im DPM ausgestellte Leopard 2 A4 wurde von 1988-1992 produziert und bestach vor allem durch die moderne Feuerleitanlage, bestehend aus Rundblickperiskop, Hauptzielfernrohr, Laser-Entfernungsmesser, Wärmebildgerät, Waffennachführanlage und Feuerleitrechner. Ebenso überzeugend war die 120 mm Glattrohrkanone.

Halle 3-5: Nach 1945

Merkava HecklukeNeben anderen Exponaten der Nachkriegszeit, wie dem T 72 M1 und dem schwedischen Stridsvagn 103 ist ebenfalls der moderne Kampfpanzer Merkava Mk. 1 ausgestellt. Der Merkava Mk. 1 war der erste in Israel entwickelte und produzierte Kampfwagen. Um einen besonders guten Schutz für die Soldaten zu gewährleisten baute man den Motor sowie das Getriebe in den Bug ein, was einer zusätzlichen Panzerung gleich kam. Durch die Installation einer Heckluke konnten somit das schnelle Verlassen des Panzers unter feindlichem Feuer und die schnelle Aufmunitionierung gewährleistet werden. Erstmals wurde der Merkava 1982 im Libanon-Krieg gegen Syrien eingesetzt.

Der Besucher hat zusätzlich die Möglichkeit sich diverse Turmtrainer (u.a. vom T 72 und vom Leopard 1) und Panzerquerschnitte anzusehen. Ein Turmtrainer wurde bzw. wird zur Ausbildung der Turmbesatzung in der Waffen- und Gerätehandhabung eingesetzt. Der Vorteil eines solchen Turmtrainers ist, dass mehrere Soldaten gleichzeitig ausgebildet werden konnten.

Zusammenfassung

Das Deutsche Panzermuseum gibt dem Besucher einen Überblick über die Geschichte der Panzerwaffe. Er wird sowohl mit historischen als auch mit modernen Panzerfahrzeugen konfrontiert. Dem Besucher werden nicht nur technische Details zu den einzelnen Exponaten geliefert, sondern er erhält in wenigen Zeilen einen kleinen Einblicke in den historischen Hintergrund der Fahrzeuge.  Hier spielen Kultur und Sozialgeschichte,  Wirtschaftsgeschichte und Politik eine wichtige Rolle. Durch die Ausstellung von Bordkanonen, Motoren, Panzerquerschnitten und Turmtrainern kann die technische Ausstattung einzelner Panzer näher betrachtet werden, was nicht nur für den fachkundigen Besucher interessant ist. Durch eine wechselnde Sonderausstellung und die Ausstellung von Waffen und Uniformen wird der Besuch im DPM abgerundet.