Vergangene Sonderausstellungen

Es war einmal Krieg – Bilder von Wiebke Kramer

(16. März – 01. August 2010)

Das DPM zeigt großformatige Gemälde der Hamburger Malerin Wiebke Kramer. Anregend, aufregend, verbindlich – Wiebke Kramers Bilder ziehen Beobachter in ihren Bann. Das DPM zeigt zum ersten Mal eine Kunstausstellung in seinen Räumen, und das nicht ohne Grund: Der Krieg, der auch die Museumshallen dominiert, ist ein wiederkehrendes Motiv in Wiebke Kramers Bildern, aber im Gegensatz zur oft kühlen, mechanistischen, teils geradezu klinischen Betrachtungsweise, die wissenschaftlichen Geschichtsbetrachtungen oft innewohnt, rühren Wiebke Kramers Bilder an der anderen Seite: Assoziationen, Gefühle, Verarbeitung, Verknüpfung – die Bilder bieten einen weichen, organischen, einen gewollt unbestimmten und damit für jeden Betrachter höchst individuellen Zugang zum Thema Krieg und Zerstörung.

Der Paravent_240 x 180 cm

Die Eröffnung fand am 16.03.2010 statt. Zuerst begrüßte Bürgermeister Köthe die versammelten Gäste und gab einen kurzen Überblick über die vergangene und die bevorstehende Saison. Danach sprach der Wissenschaftliche Leiter Ralf Raths über die problematische Rolle von Militärmuseen als Akteure im kulturellen Diskurs der Gesellschaft.  (Diese Rede findet sich als PDF hier.)Anschließend stellte die Künstlerin Wiebke Kramer in einem herzlichen und bewegenden Vortrag ihre Bilder vor und zeigte einige beispielhaft Verbindungspunkte zwischen ihrer Biografie und ihren Bildern. Im Anschluss wurde bei Sekt angeregt diskutiert.

Meinungen unserer Besucher zur Ausstellung finden sie hier.

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Workuta – zur Geschichte eines sowjetischen Straflagers

(20. August – 29. November 2009)

Eine Sonderausstellung von Horst Schüler in Zusammenarbeit mit Dr. med. Horst Hennig und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Deutschen Panzermuseum

Niemand weiß, wie viele Menschen in Workuta leiden und auch sterben mussten. Schätzungen gehen bis zu 500.000 Häftlinge. Darunter befanden sich viele Tausend Deutsche.

In Deutschland ist Workuta kaum ein Begriff. Zwar hat Alexander Solschenizyn mit seinem Werk „Der Archipel GULAG“ für etwas Aufhellung gesorgt, die Berichterstattung findet in den Medien bis heute jedoch nur unzureichend statt.

Die von den wieder heimgekehrten Häftlingen aufgeschriebenen Berichte, Gedichte und bildnerischen Darstellungen fanden ein nur relativ geringes Publikum. Dies änderte sich erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der eine Unzahl an weiteren Dokumenten freigab, Kontakte und Besuche ermöglichte.
Die Ausstellung Workuta dokumentiert ein abgeschlossenes historisches Kapitel. Workuta ist Warnung an künftige Generationen, Workuta zeigt, zu was ein totalitäres Regime fähig sein kann.

Gerade von russischer Seite wird heute Wert darauf gelegt, dass zur Entwicklung der deutsch-russischen Freundschaft die ganze historische Wahrheit zählt.

Wenn seit der Wende überlebende ehemalige Häftlinge beste Kontakte nach Russland pflegen, ist dies ein Zeichen der Hoffnung, wie es das Motto des Volksbundes ausdrückt:

“Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden”

Die Hauptrede bei der Eröffnung hielt Dr. Siegfried Jenkner. Der 1930 geborene emeritierte Professor für Politikwissenschaft im Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hannover ist im Oktober 1950 als Mitglied der Leipziger Studenten-”Gruppe Belter” verhaftet worden. Im Januar 1951 war er von einem sowjetischen Militärtribunal in Dresden wegen antisowjetischer Agitation zu zweimal fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden.

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J`accuse…! – Ich klage an! – Die Affaire Dreyfus (19.03. 2009 bis Ende Juni 2009)

Sonderausstellung des Moses Mendelssohn Zentrums der Universität Potsdam

Im September 1894 fing der französische Geheimdienst in der deutschen Botschaft in Paris ein Dokument ab, aus dem hervorging, dass ein französischer Offizier Deutschland streng geheime Informationen über die Mobilmachung der französischen Artillerie anbot.
Am 15. Oktober 1894 wurde Hauptmann Alfred Dreyfus, ein jüdischer Artillerieoffizier, der zum französischen Geheimdienst abgeordnet war, zunächst ohne Anklage verhaftet und unter großer Geheimhaltung gefangen gehalten. Das Militärgericht verurteilte ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit anhand einer „Geheimakte mit gefälschten Dokumenten“ anschließend zu lebenslanger Haft mit gleichzeitiger Degradierung.
Erst 14 Jahre später, am 12. Juli 1906 wurde Hauptmann Dreyfus rehabilitiert, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und im Range eines Majors wieder in die französische Armee aufgenommen.

Zu verdanken war dies unter anderem dem französischen Schriftsteller Emile Zola, der in einem offenen Brief an den französischen Staatspräsidenten mit der Überschrift „J`Accuse…! -Ich klage an…!“ dieses „schändliche Verfahren“ aufgriff, die Wahrheit über den Sachverhalt darstellte und die Urheber aus Militär, Justiz und Politik beim Namen nannte. In der damaligen Zeit nahezu als Landesverrat angesehen wird Zola heutzutage uneingeschränkter Respekt für seinen Mut entgegen gebracht. Seine Botschaft ist nach wie vor aktuell: „Ohne Wahrheit und Gerechtigkeit gerät die Demokratie in Gefahr, Intoleranz und Vorurteile gegen Minderheiten sind Anzeichen einer Gesellschaft, die ihren freiheitlich demokratischen Weg noch nicht gefunden hat oder sich von diesem wegbewegt.“

Die Ausstellung „J`Accuse…! – ich klage an…!“ – Zur Affaire Dreyfus! verdeutlicht in einer äußerst anschaulichen und bewegenden Art die Geschichte, die sich um Alfred Dreyfus rankt. Sie zeigt weiter auf, dass eine einzelne Person etwas ändern kann, dass ein Einzelner Macht hat. Im Interesse der höchsten Ideale der Demokratie ist es wichtig, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft aufmerksam bleiben gegenüber sozialer Ungerechtigkeit…..

Lorraine Beitler, amerikanische Erziehungswissenschaftlerin, sammelt seit über drei Jahrzehnten Exponat zur „Dreyfus – Affaire“ und möchte mit dieser Ausstellung vor allem junge Menschen erreichen. Durch Aufklärung und Auseinandersetzung mit der Affaire soll deren Sensibilität gegenüber Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit geweckt werden. Das Phänomen Dreyfus steht dabei als Synonym für politischen Radikalismus und antisemitische Propaganda, aber auch für die Verteidigung der Grundrechte und den Einsatz für Minderheiten. „Die ‚Affaire’ erinnert uns daran, dass es nach wie vor notwendig ist, wachsam zu sein… und uns vor Intoleranz, ethnischer Diskriminierung, Verfolgung und Völkermord zu schützen.“ (L Beitler)

Unverschämtes Glück -Fotografien aus Deutschland von Robert Lebeck (05. Juni 2008 – 30. November 2008)

Ausstellung von der Stiftung Haus der Geschichte, Bonn

„Durchschnitt fotografiert sich nicht.“ Wie Robert Lebeck diese Maxime umsetzt, zeigt die Ausstellung „Unverschämtes Glück“.

Seit 1952 fotografiert Robert Lebeck für deutsche Magazine, unter anderem seit 1966 für den „Stern“. Vorbild und Anregung waren für ihn immer amerikanische Illustrierte, allen voran „Life“.

Lebeck ist einer der herausragenden deutschen Fotoreporter, Porträtist berühmter Zeitgenossen und Chronist des Alltagslebens seit den fünfziger Jahren.
Viele seiner Motive werden zu „Ikonen“ und prägen das Bild der Zeitgeschichte: Deutschland zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, Deutschland zwischen Ost und West, Deutschland zwischen Großstadt und Provinz. Als Porträtfotograf widmet sich Lebeck Spitzenpolitikern, Stars und Prominenten aus und in aller Welt.

Niedersachsen im Krieg (01. April 2008 – 04. Mai 2008)

Ausstellung des VDK Volksbund Deutsche Kriegsgräber e.V., Landesverband Niedersachsen und dem Niedersächsischen Institut für Historische Regionalforschung

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfür-sorge e.V., Landesverband Niedersachsen, hat in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Institut für Historische Regionalforschung eine Wanderausstellung „Der Zweite Weltkrieg in Niedersachsen“ erstellt, die im Mai 2005 im Niedersächsischen Landtag in Hannover erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Diese Ausstellung, die in 14 Kapitel gegliedert ist, richtet sich besonders an Schülerinnen, Schüler und junge Menschen, selbstverständlich aber auch genauso an Menschen jeden Alters. Ihr Ziel ist es, auch über 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an diese sechs Jahre zu erinnern, an den nationalsozialistischen Terror, den Krieg und die Folgen. Mit eindringlichen Dokumenten und Abbildungen soll auf die historische Verantwortung Deutschlands hingewiesen und zum Frieden gemahnt werden.

Nachdem die Ausstellung bisher u.a. in Lüneburg, Stade, Cuxhaven und Celle zu sehen war, wird sie nun hier im Deutschen Panzermuseum bis zum 04.Mai 2008 gezeigt.

“Vom Ur-Panzer zu den gepanzerten Kampftruppen” (ab dem 01. März 2008)

Eine Dokumentation von Dr. Dr. Sterner

Von der Darstellung erster sumerischer Kampfwagen, der sogenannten „Standarte von Ur“ aus der Zeit um 2600 vor Christus, bis hin zur Darstellung der Heeresstruktur IV der Bundeswehr mit dem Kampfpanzer Leopard 2 wird die Geschichte der Panzer-kampftruppen eindrucksvoll erläutert und mit umfangreichem, aussagestarkem Bildmaterial belegt. Schwerpunkte der Darstellung sind die Wechselwirkungen zwischen technischen und taktischen Entwicklungen, den militärischen und politischen Lagern sowie den taktischen und operativen Organisationsformen und Einsatzdoktrinen.

Die Ausstellung ist in sieben Themenblöcke gegliedert. So werden u.a. Kampfwagen und Kampfszenen zur Zeit der früheren Hochkulturen gezeigt, das Waffensystem „Heereswagen“ des Hussitischen Feldherren Ziska aus dem 15. Jahrhundert sowie die mit der Motorisierung Anfang des 20. Jahrhunderts beginnende neue Art der Kriegsführung. Englische, französische und deutsche „Tanks“ als geländegängige Panzerkampfwagen sind hier die bahnbrechen-den neuen Waffensysteme.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Darstellung der Entwicklung von den Kraftfahrttruppen zu den motorisierten Kampftruppen der Reichswehr sowie der Deutschen Panzertruppen von der Aufstellung bis in den Krieg sowie die taktischen und operativen Erfordernisse, die technischen Entwicklungen und organisatorischen Konsequenzen für die Panzertruppen in der Zeit von 1942 bis 1945.

Breiten Raum der Ausstellung nimmt die Darstellung der Heeresstruktur der Bundeswehr und ihren Weiterentwicklungen von 1956 bis 1993 ein.