Gastbeitrag der Projektgruppe zur Konzeption und Umsetzung des Vertiefungsbereiches
(noch nicht vollständig)
I. Ursprung des Vertiefungsbereichs
Das Panzermuseum Munster entschloss sich im Laufe des Jahres 2007 im Zuge einer Erweiterung seiner Ausstellungsfläche dazu, auch seine bisherige Ausstellungskonzeption neu zu gestalten. Im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen dem Panzermuseum Munster und dem Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover sollte hierfür Vorschläge für so genannte „Vertiefungsbereiche“ erstellt werden. Diese sollten begleitend zu bestimmten inhaltlichen Schwerpunkten der Ausstellung dem Besucher die Möglichkeit bieten, sich eingehend mit einem gewählten Themengebiet zu befassen. Daher wurde im Sommersemester 2007 an der Universität ein Projektseminar durchgeführt, das Konzepte für solche Bereiche entwickeln sollte.
Die einzelnen Vertiefungsbereiche umfassten dabei folgende Themen: Erster Weltkrieg, Kriegsfolgen, Auslandseinsätze der Bundeswehr. Zu diesen einzelnen Bereichen wurden innerhalb des Seminars Projektgruppen von durchschnittlich fünf Personen gebildet, die am Ende des Semesters ein Konzept für diesen Vertiefungsbereich den Betreibern des Panzermuseums vorstellen sollten. Ob und wie weit diese Vorschläge dann umgesetzt werden würden, war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht klar. Die Konzeptionen mussten durch die Trägergruppen des Museums abgenommen werden.
II. Ursprüngliches Konzept der Arbeitsgruppe “Auslandseinsätze der Bundeswehr”
Zunächst wurde innerhalb der Gruppe festgelegt, welche inhaltlichen Aspekte des Themengebietes bearbeitet werden sollten. In dieser ersten Phase einigte sich die Gruppe zunächst auf die folgenden drei Schwerpunkte:
- Rechtliche Grundlagen,
- Geschichte der Auslandseinsätze,
- Aktuelle Einsätze der Bundeswehr.
Durch diesen Aufbau sollte gewährleistet werden, dass der Besucher zunächst erfährt auf welcher Rechtsgrundlage und mit welcher Legitimation die Bundeswehr überhaupt an Auslandseinsätzen teilnimmt. Dann sollte eine überblicksartige Darstellung der bisherigen und den noch andauernden Einsätze erfolgen und als letzter Schwerpunkt sollte die Einsatzwirklichkeit der deutschen Soldaten im Ausland an den Besucher vermittelt werden.
Zu diesem einzelnen Schwerpunkten erarbeiteten die Projektgruppenmitglieder erste inhaltliche Vorschläge, die dann innerhalb der Gruppe besprochen wurde. Dieser Prozess dauert in etwa drei Monate und nach Abschluss dieser Phase herrschte Klarheit darüber, was vermittelt werden sollte. Im Anschluss daran folgte die zweite Phase, in der es um die Vermittlung dieser Inhalte an den Besucher ging. Während dieser ca. viermonatigen Phase wurden innerhalb der Gruppe eine Menge Ideen diskutiert, gesammelt, verändert und auch verworfen.
Als Ergebnis wurde ein Zwei-Stufen Konzept entwickelt. Entscheidend dafür war die Tatsache, dass das Museum klarstellte, dass es grundsätzlich daran interessiert sei, die einzelnen Vertiefungsbereiche in der Neugestaltung der Ausstellung auch tatsächlich umzusetzen. Da sich die Gruppe dabei bewusst war, dass bei einer eventuellen Umsetzung auch finanzielle Erwägungen eine Rolle spielen würden, wurde ein zweistufiges Konzept entwickelt. Die erste Stufe dieses Konzeptes, die so genannte „Grundversion“, umfasste dabei die Vermittlung des erarbeiteten Inhaltes mit einfachsten Mitteln. Dies umfasste für die ersten beiden Schwerpunkte vor allem Texte, Schautafeln und eine Weltkarte mit farbigen Markierungen. Für den dritten Schwerpunkt waren vor allem Photos und einige wenige Exponate angedacht. Aufbauend auf diesem Minimum gab es dann als zweite Stufe die „Luxusversion“, die das jeweilige Grundkonzept um anschaulichere Exponate, Medienstationen und interaktive Karten erweiterte. Vereinfacht gesagt wurde das Werkzeuge der Vermittlung zunehmend teurer und aufwendiger, dafür aber auch wesentlich anschaulicher und interessanter für die Besucher. Auf dieser Grundlage konnte sich die Trägergruppen des Museums zunächst für das Konzept entscheiden, das ihnen auf jeden Fall eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den von ihnen vorgegebenen Themenbereich lieferte und dieses Konzept dann Stück für Stück durch optionale Erweiterungen im Rahmen ihrer finanziellen, aber auch gestalterischen Vorstellungen anpassen.
III. Anpassungsprozess mit der Bundeswehr und Umsetzung
Diese unterschiedlichen Versionen der jeweils aufgearbeiteten Schwerpunkte wurden im Rahmen einer Präsentation den Betreibern des Panzermuseums vorgestellt. Das Grundkonzept konnte dabei überzeugen, so dass eine Umsetzung beschlossen wurde. Dabei ermöglichte die modulare Gestaltung der einzelnen Präsentationsmöglichkeiten sowohl eine zügige Anpassung an die Vorstellungen der Bundeswehr, die an diesem Thema natürlich ein besonderes Interesse hatte, als auch eine Option, den Vertiefungsbereich später noch zu erweitern beziehungsweise mit attraktiveren Exponaten und Vermittlungstechniken aufzuwerten.
Zunächst sollten die ersten beiden Themenschwerpunkte in der Grundversion, der dritte Schwerpunkt, „Aktuelle Auslandseinsätze“ jedoch in der umfassenden Version realisiert werden. Um vor allem diesen dritten Schwerpunkt möglichst schnell und nah am ursprünglichen Konzept entstehen zu lassen, entschloss sich die Bundeswehr, einen Teilnehmer der Projektgruppe im Rahmen eines einmonatigen Praktikums einzustellen und mit der Umsetzung dieses Konzeptes zu beauftragen.